In 50 Jahren von den USA in die Vorderpfalz

Wissenswertes über die tiergestützten Therapie

Wer mit Tieren zusammen lebt, kennt die besonderen Fähigkeiten, die unsere tierischen Partner mitbringen. Haustiere reagieren häufig auf die Stimmung ihrer Menschen und werden dadurch als echter Sozialpartner anerkannt. Aber auch durch ihre Bedürfnisse fordern Tiere ihre Menschen und fördern somit Agilität und Sozialkontakte auch zur Außenwelt.

Dass diese Fähigkeiten heute eine ernsthafte Therapieform sind, ist einem Zufall in den 1960er Jahren zu verdanken. Der Kinderpsychologe, Dr. Boris M. Levinson in den USA, machte eher zufällig die Erfahrung, dass eine kleine Patientin urplötzlich interessiert und aufgeschlossen reagierte, als seine Golden Retriever Hündin in einer Therapiesitzung anwesend war. Im Anschluss an dieses Erlebnis begann er damit, seine Erfahrungen zu dokumentieren. Er gilt heute als Wegbereiter für die tiergestützte Therapie.

In den folgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Therapieformen mit tierischer Unterstützung in den USA gefördert und fanden nach und nach auch in Europa ihre Aufmerksamkeit.

Leider sind die Möglichkeiten der tiergestützten Intervention auch heute vielen Einrichtungen und Patienten noch nicht bekannt. Und obwohl es inzwischen viele Therapeuten-Teams gibt, lehnen Einrichtungen, wie Schulen, Klinken, Altenheime usw., deren Einsatz häufig ab, da sie noch zu wenig über die Therapieansätze wissen oder hygienische und organisatorische Hindernisse sehen.

Da es bisher kein einheitliches Berufsbild gibt, das einhergehend mit einer fundierten Ausbildung des Therapeuten und der Hunde, die Sicherheit einer qualitativ hochwertigen Therapie gewährleistet, ist es mir ein besonderes Anliegen, den hohen Anspruch meiner Ausbildung zum Hundeverhaltenstherapeut und zur Fachkraft zur tiergestützten Therapie zu betonen.

Ein weiterer, für mich sehr wichtiger Punkt ist der Schutz meiner Hunde während der Arbeit. Ihre Belastung wird oft unterschätzt, was dazu führen kann, dass sie durch Überanstrengung die Mitarbeit verweigern oder gesundheitliche Schäden davon tragen. Die Therapieeinheiten werden deshalb so gestaltet, dass den Hunden Rückzugsmöglichkeiten und ausreichend Pausen zur Verfügung stehen. Im Übrigen hat das Statistische Bundesamt (Robert Koch Institut) nach zahlreichen Untersuchungen und Studien den Einsatz von Tieren und deren Einfluss auf die Menschen mit folgenden Worten befürwortet:

„Zusammenfassend erlaubt die Auswertung der verfügbaren Daten den Schluss, dass der positive Einfluss der Heimtierhaltung auf Menschen die mögliche Gefährdung übersteigt. Das Risiko der Übertragung von viralen, bakteriellen, mykotischen oder parasitären Zoonosenerregern von Heimtieren auf Menschen kann durch Einhaltung hygienischer Maßnahmen sowie durch tierärztliche Überwachung, verbunden mit bestimmten Impfungen der Tiere (z. B. Tollwutimpfung), erheblich reduziert werden. Das Risiko einer Allergie muss bei entsprechend disponierten Menschen im Einzelfall gegen den Gewinn an Lebensqualität abgewogen werden.“

Dies ist nachzulesen im Heft 19 mit dem Titel „Heimtierhaltung: Chance und Risiken für die Gesundheit; Gesundheitsberichterstattung des Bundes“.

Tiergestützte Therapie